A5 Biel
 

FAQ

Die Arbeitsgruppe Stöckli hat sich letzten Sommer für einen Anschluss Bienne Centre und für den Porttunnel entschieden. Wann beginnen Sie mit dem Bau?
Bis im Sommer 2011 wird ein neues Generelles Projekt (GP) auf der Grundlage des Entscheids der Behördendelegation (BHD) vom 30.8.2010 ausgearbeitet. Für den Herbst 2011 ist eine Mitwirkung vorgesehen, an der sich alle interessierten Kreise der Region beteiligen können. Der Regierungsrat sollte bis im Herbst 2012 Beschluss fassen können. Danach geht das Dossier an die Bundesbehörden. Im Jahr 2013 sollte der Bundesrat seine Zustimmung geben. Anschliessend muss ein Ausführungsprojekt erarbeitet, öffentlich aufgelegt und genehmigt werden. Dies wird wiederum mindestens 4 Jahre in Anspruch nehmen.

Mit dem Baubeginn kann also frühestens 2018 gerechnet werden.

Wäre es nicht gescheiter, die Stadt Biel im Norden zu umfahren, mit einem Tunnel vom Bözingenfeld bis nach Vingelz?
In den 70er und 80er Jahren wurden umfangreiche Variantenstudien durchgeführt. Dabei wurde auch eine Nordumfahrung von Biel geprüft. Dabei zeigte sich, dass die Südumfahrung aus verkehrs Gründen besser ist, denn so können auch die Verkehrsströme von Bern (T6) und vom rechten Bielerseeufer angebunden werden.

Anfangs der Neunzigerjahre entschied sich der Bund, auf Empfehlung des Kantons, für die Südumfahrung.

1997 genehmigte der Bundesrat das GP für den Ostast, 1999 jenes für den Westast.

Der Westast ist ein aufwändiges und teures Bauwerk. Wäre es nicht besser, auf den Westast zu verzichten? Eine Studie der Zürcher Fachhochschule zeigt interessante Lösungsansätze für den Verzicht. Wird dieser Ansatz vom Kanton weiterbearbeitet?Bund, Kanton und Regionsgemeinden wollen grundsätzlich nicht auf den Westast verzichten, sondern suchen nach einer optimalen Lösung. Eine regionale Arbeitsgruppe hat sich 2010 einstimmig für die Realisierung des Westasts ausgesprochen.

Studien haben aufgezeigt, dass ca. 30’000 Fahrzeuge pro Tag den Westast benützen werden. Zudem wird der Westast die direkt betroffenen Quartiere nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlasten. Der Westast steigert dadurch die Lebensqualität der Agglomeration Biel.

Die Studie der Zürcher Fachhochschule basiert auf der so genannten Stossrichtung 0 (kein Westast). Diese Stossrichtung wird vom Kanton nicht weiterverfolgt.

Wäre es nicht gescheiter, anstatt den Westast und die problematische A5 entlang des Bielersees, eine Direktverbindung von Brügg nach Ins/Thielle zu bauen?
Diese Frage wurde Mitte der 90er Jahre im Rahmen einer vom Bundesrat beauftragten Studie intensiv untersucht. Die Studie zeigte, dass die Führung der A5 über den Westast und die bestehende Bielerseestrasse die ausgewogenere Lösung ist.

Eine Direktverbindung von Brügg nach Ins/Thielle würde zwar einige Problempunkte in Biel entschärfen, es würden aber neue Probleme geschaffen. Auch hier würden Wohngebiete sowie schützenswerte Landschaften tangiert.

Wird mein Grundstück vom Bau des A5 Westastes tangiert? Soll ich heute noch in meine Liegenschaft investieren?
Heute kann noch nicht abschliessend bestimmt werden, welche Grundstücke in welchem Umfang von der Realisierung des Westasts betroffen sind. Erst in der Ausführungsprojektierung, also frühestens 2014, wird die genaue Linienführung festgelegt und aufgezeigt, welche Parzellen vom Bau des A5 Westasts betroffen sind. Sobald das Ausführungsprojekt vorliegt, werden alle betroffenen Grundeigentümer kontaktiert.

Die Rechte der Grundeigentümer bleiben in jedem Fall während der ganzen Planungsphase vollumfänglich gewahrt: Von Rechtserwerben betroffene Grundeigentümer werden bei Vorliegen des definitiven Projekts persönlich angeschrieben. Das Projekt wird voraussichtlich im Jahr 2015 öffentlich aufgelegt, und es besteht in diesem Zeitpunkt die Möglichkeit zur Einsprache.

Der Westast ist vom Brüggmoos bis in die Seevorstadt vierstreifig, der Vingelztunnel ist nur noch zweistreifig. Das gibt doch zwangsläufig Stau in der Seevorstadt?
Die Anzahl Fahrstreifen wird aufgrund des prognostizierten Verkehrs festgelegt. Für die A5 Umfahrung Biel wurden umfangreiche Verkehrssimulationen vorgenommen. Diese haben gezeigt, dass zwei Fahrspuren im Vingelztunnel ausreichen. Ab dem Anschluss Seevorstadt wird die A5 in Richtung Solothurn/Bern vierspurig gebaut. Dadurch können Staus in der Seevorstadt vermieden werden.

Wie ist der Stand beim Vingelztunnel?
Das Generelle Projekt Vingelz wurde im September 2007 öffentlich aufgelegt. In den 14 Eingaben, die während der Mitwirkung eingingen, wurde das Projekt mehrheitlich begrüsst. Das Dossier wurde im April 2008 vom Regierungsrat des Kantons Bern verabschiedet. Im Mai 2008 erfolgte die Eingabe beim Bund. Der Bundesrat ist für die Genehmigung zuständig. Er wird das Projekt, voraussichtlich zusammen mit dem neuen Generellen Projekt Westast, im Jahr 2013 beurteilen.

Gibt es zum Westast eine Abstimmung?
Grundsätzlich Nein. Das Nationalstrassennetz wird durch die eidgenössischen Räte festgelegt.

Im Frühjahr 2012 ist eine Mitwirkung zum Westast vorgesehen, an der sich alle interessierten Kreise der Region beteiligen können. Die betroffenen Grundeigentümer werden in der Ausführungsprojektierung direkt angegangen und haben, sobald das Projekt öffentlich aufgelegt wird, die Möglichkeit zur Einsprache.

Bei den flankierenden bzw. städtebaulichen Massnahmen, die rund um das Projekt Westast ausgearbeitet werden, werden die Gemeinden entsprechende Baukredite sprechen müssen. Diese können, abhängig von den jeweiligen Gemeindereglementen zu fakultativen oder obligatorischen Referenden, also zu Gemeindeabstimmungen führen.

Was beinhaltet die städtebauliche Begleitplanung?
Parallel zur generellen Projektierung des A5 Westastes wurde im ersten Halbjahr 2011 eine städtebauliche Testplanung durchgeführt. Ziel ist der Erlass eines Richtplans für die Gemeinden Biel und Nidau im erweiterten Projektperimeter für die Zeit nach der Inbetriebnahme der Autobahn. Im Zentrum der Planung steht der Umkreis der Anschlüsse Bienne Centre und Seevorstadt.

Vier Architektenteams, Fachleute sowie Behördenvertreter arbeiteten in einer Ideenwerkstatt konkrete Vorschläge aus. Das Ergebnis dieser Überlegungen wird im Herbst 2011 veröffentlicht.

Weshalb braucht es verkehrliche flankierende Massnahmen (vfM)?
Mit baulichen und/oder gestalterischen Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz soll die Entlastungswirkung der A5 verstärkt und längerfristig gesichert werden. Mit den flankierenden Massnahmen soll der Autoverkehr, so weit möglich, vom Lokalstrassennetz auf die Hochleistungsstrasse geführt werden.

Beispiele für verkehrliche flankierende Massnahmen sind: Gestaltungselemente auf und neben der Strasse, um die Autofahrer zum Tempodrosseln zu bewegen, Farbmarkierungen auf der Strasse, Haltestellen des öffentlichen Verkehrs auf der Fahrbahn und mehr.

Die vfM werden erst nach der Eröffnung der Autobahn realisiert.

Wer realisiert die vfM?
Die verkehrlichen flankierenden Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz werden vom jeweiligen Eigentümer realisiert. Das sind in den meisten Fällen die Gemeinden.

Bund und Kanton, beteiligen sich an der Erarbeitung der Grundlagen. Hingegen können sie den Gemeinden nicht vorschreiben, ob und wie sie die flankierenden Massnahmen umsetzen. Während die A5 nämlich zu 100 Prozent von Bund und Kanton bezahlt wird, müssen sich die Gemeinden an der Finanzierung der flankierenden Massnahmen beteiligen. Dafür erhalten die Gemeinden einen Handlungsspielraum, wie sie die vfM konkret umsetzen wollen.

Worum geht es beim Richtplan vfM?
Der Richtplan zu den vfM ist ein Konzept, welches die Strassenzüge festlegt, auf welchen flankierende Massnahmen umgesetzt werden. Weiter werden die Ziele definiert. Die konkreten Massnahmen werden im Nachgang ausgearbeitet.

Der Richtplan wird von Bund, Kanton und den Gemeinden zusammen erarbeitet. Er wid der Bevölkerung im Frühling 2012 zusammen mit dem Generellen Projekt Westast zur Mitwirkung vorgelegt


Nach der Zustimmung der Gemeinden und von Kanton und Bund ist der Richtplan für die Behörden verbindlich.

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